
Mausoleum · Heutiger Bau um 1900; Heiligtum deutlich älter
Mausoleum des Heiligen Daniel (Chodscha Doniyor)
Ein langgestrecktes Mausoleum mit fünf Kuppeln über dem Siab-Bach, verehrt als Ruhestätte des Propheten Daniel und besucht von Muslimen, Christen und Juden gleichermaßen.
Über den Ort
Am Nordrand des Afrasiab-Hügels, über dem Siab-Bach, überdeckt ein langer, niedriger Bau mit fünf kleinen Kuppeln einen rund 18 Meter langen Sarkophag. Die örtliche Überlieferung sieht darin das Grab des biblischen Propheten Daniel, usbekisch Chodscha Doniyor. Es ist einer der wenigen Orte in Usbekistan, an dem Muslime, Christen und Juden gleichermaßen beten, und die Atmosphäre ist ruhig und andächtig statt touristisch.
Die Überlieferung
Die bekannteste Geschichte erzählt, Timur habe auf einem Feldzug im Nahen Osten Reliquien Daniels aus Susa im heutigen Iran mitgebracht, im Glauben, sie würden seiner Hauptstadt Wohlstand bringen. Eine andere Überlieferung verbindet das Grab mit einem Gefährten der frühen arabischen Eroberer. Historiker können keine von beiden bestätigen, und auch Susa besitzt sein eigenes Danielgrab. Beide Geschichten gehören zum örtlichen Glauben und sind als Legende zu verstehen.
Die Länge des Sarkophags wird auf verschiedene Weise erklärt: Manche sagen, der Leib des Heiligen wachse jedes Jahr ein wenig, andere, das Grab sei so lang angelegt worden, damit niemand genau wisse, wo die Reliquien liegen, und sie stehlen könne. Pilger umrunden es, beten und binden kleine Tücher an das Geländer.
Der Bau und seine Umgebung
Das heutige Mausoleum stammt aus der Zeit um 1900 und ersetzte ältere Bauten. Darunter führen Stufen hinab zu einer Quelle, deren Wasser als heilend gilt; Pilger trinken daraus und füllen Flaschen. Neben dem Mausoleum wächst ein alter Pistazienbaum. Örtlichen Berichten zufolge war er vertrocknet und erwachte nach einem Besuch des russisch-orthodoxen Patriarchen Alexius II. in den 1990er-Jahren wieder zum Leben – eine Geschichte, die Ihnen die Wächter gern erzählen.
Besuch
Dezente Kleidung wird erwartet: bedeckte Schultern und Knie, für Frauen im Mausoleum ein Kopftuch. Ziehen Sie die Schuhe aus, wenn Sie darum gebeten werden. Verbinden Sie den Besuch mit dem Afrasiab-Museum und der Ulugbek-Sternwarte, die nur wenige Minuten entfernt liegen. Die Terrasse über dem Bach ist an heißen Tagen ein angenehmer, schattiger Rastplatz.
Was Sie sehen sollten
- Der 18 Meter lange Sarkophag unter fünf Kuppeln
- Die heilige Quelle unterhalb des Mausoleums
- Der wiedererwachte Pistazienbaum neben dem Heiligtum
- Der Blick von der Terrasse über das Tal des Siab-Bachs
- Ein Heiligtum, das drei Religionen teilen
Galerie



Reisen mit Mausoleum des Heiligen Daniel (Chodscha Doniyor)
Mehr in Samarkand
Alles über SamarkandMausoleum des Heiligen Daniel (Chodscha Doniyor) mit einem lokalen Guide erleben
Wir planen private Reisen und Kleingruppenreisen rund um die Orte, die Sie sehen möchten — mit Guides, die hier aufgewachsen sind.





